Kronberg/Blickle gewinnen die AM-Wertung, Gabbay/Horrell zweimal auf dem Pro-Am-Podest – im Sonntagsrennen entscheiden sieben Tausendstel
Ofterdingen, 21.09.2026 – Mit vier Porsche 718 Cayman GT4 RS CS hat W&S Motorsport den vorletzten Lauf der GT4 European Series auf dem Circuit Zandvoort bestritten. Am Ende standen ein Klassensieg in der AM-Wertung und zwei Podestplätze in der Pro-Am-Wertung zu Buche. Für ein Fahrzeug lief das Wochenende dagegen von Beginn an gegen den Plan.
Qualifying – Bestzeit in der AM, Getriebeschaden bei der #32
Das erste Qualifying am Samstagmorgen stand ganz im Zeichen wechselnder Bedingungen: Ein aufziehender Regenschauer und eine rote Flagge sorgten dafür, dass nur eine schnelle Runde zählte – wer sie nicht vor dem Wetterumschwung im Kasten hatte, bekam keine zweite Chance. Max Kronberg und Daniel Blickle fuhren in der #30 auf den zweiten Platz der AM-Wertung. In der Pro-Am kamen Edvin Hellsten und Daniel Nilsson in der #27 von Nova Racing auf Rang fünf, Alon Gabbay und Tim Horrell in der #31 auf Rang acht. W&S Motorsport und das schwedische Team Nova Racing bestreiten die Rennsaison bereits seit mehreren Jahren gemeinsam.
Für Joachim Bölting und Hendrik Still endete die Session in der #32 ohne gewertete Rundenzeit: Ein Getriebeschaden setzte dem Lauf ein frühes Ende. Besonders bitter, weil Still tags zuvor im zweiten freien Training die schnellste Zeit des gesamten Feldes gefahren hatte – die Bestätigung dieser Leistung blieb ihm damit verwehrt.
Im zweiten Qualifying steigerte sich das Team deutlich. Kronberg und Blickle sicherten sich mit 1:44,322 Minuten die Bestzeit der AM-Wertung und damit die beste Ausgangslage für den Sonntag. Gabbay und Horrell verbesserten sich in der #31 auf den vierten Platz der Pro-Am, Hellsten und Nilsson folgten nur 0,065 Sekunden dahinter auf Rang fünf.

Rennen 1 – Podium für die #31
Im ersten Rennen am Samstagabend arbeiteten sich Gabbay und Horrell in der #31 auf den dritten Platz der Pro-Am-Wertung vor, Gesamtrang 17. Hellsten und Nilsson beendeten das Rennen in der #27 auf dem vierten Klassenrang. Das Duo lag bereits auf einem Podestplatz, verlor ihn aber wieder, weil eine gegen einen Konkurrenten ausgesprochene Zeitstrafe nachträglich zurückgenommen wurde.
Dass die #32 überhaupt im Rennen stand, war das Verdienst der Mannschaft: Zwischen den Sessions tauschte das Team das Getriebe und brachte das Fahrzeug pünktlich in die Startaufstellung. Still und Bölting zeigten anschließend die Aufholjagd des Tages: Vom letzten Startplatz aus kämpfte sich der Porsche durch das halbe Feld nach vorne und kam auf Rang fünf der Pro-Am ins Ziel.
Für Kronberg und Blickle endete ein aussichtsreiches Rennen mit einem Zwischenfall. Die #30 wurde in einen Unfall verwickelt, blieb aber fahrbereit. Ein kurzer Reparaturstopp an der Box kostete allerdings Zeit, sodass das Duo den Rest des Rennens dem Feld hinterherfuhr und als Zweite der AM-Wertung ins Ziel kam.

Rennen 2 – Fotofinish um Platz zwei
Das Sonntagsrennen brachte den stärksten Auftritt des Wochenendes. Über die volle Distanz lieferten sich die #27 und die #31 ein teaminternes Duell um Platz zwei der Pro-Am-Wertung, das erst auf der Ziellinie entschieden wurde: Sieben Tausendstelsekunden trennten Hellsten und Nilsson als Zweite von Gabbay und Horrell als Dritten – Gesamtrang zehn und elf.
Kronberg und Blickle verloren am Start Positionen, kamen aber ohne größeren Schaden davon und fuhren anschließend eine starke Pace. In der offiziellen Endwertung steht die #30 als Sieger der AM-Wertung. Sowohl die #30 als auch die #32 kassierten im Rennverlauf eine 28-Sekunden-Zeitstrafe, die an die Stelle einer Durchfahrtsstrafe trat. Für Still und Bölting stand damit Rang acht der Pro-Am zu Buche.

Meisterschaft – Titelentscheidung in Portimão
Mit dem Ergebnis vom Sonntag hat W&S Motorsport die Führung in der AM-Wertung ausgebaut und geht als Tabellenführer in das Saisonfinale. Der Titel kann dort direkt klargemacht werden – und damit ein weiterer Meistertitel in einer Serie, in der das Team seit dem Einstieg in nahezu jeder Wertung ganz oben stand.

Ergebnisübersicht – Rennen 1
#27 (Hellsten/Nilsson) – P4 Pro-Am, P18 gesamt
#30 (Kronberg/Blickle) – P2 AM, P30 gesamt
#31 (Gabbay/Horrell) – P3 Pro-Am, P17 gesamt
#32 (Bölting/Still) – P5 Pro-Am, P20 gesamt
Ergebnisübersicht – Rennen 2
#27 (Hellsten/Nilsson) – P2 Pro-Am, P10 gesamt
#30 (Kronberg/Blickle) – P1 AM, P20 gesamt
#31 (Gabbay/Horrell) – P3 Pro-Am, P11 gesamt
#32 (Bölting/Still) – P8 Pro-Am, P23 gesamt
Stimmen zum Wochenende
Daniel Blickle (#30): „Insgesamt ein solides Wochenende, auch wenn wir nicht wahnsinnig viel Glück hatten. Am Samstag gab es einen unglücklichen Unfall – zum Glück blieb das Auto fahrbar, wir konnten weiterfahren und Punkte mitnehmen. Heute hatten wir am Start Pech, danach war die Pace sehr stark und wir sind nochmal schön nach vorne gefahren. Ohne die Aktion am Anfang wären ein paar Positionen mehr drin gewesen. Jetzt freuen wir uns auf Portimão und hoffen, dass wir die Meisterschaft klarmachen können.“
Tim Horrell (#31): „Wir hatten heute eine richtig gute Pace. Ich habe das Auto auf Platz zwei der Klasse an meinen Teamkollegen übergeben. Ganz am Ende hatten wir dann Pech: Wir lagen im Zweikampf mit einem Fahrzeug, das nicht einmal in unserer Klasse unterwegs war, und am Ende stand ein hauchdünner dritter Platz. Danke an das Team und an alle, die dabei waren – in Portimão greifen wir wieder an.“
Edvin Hellsten (#27): „Wir dachten, wir nehmen zwei Pokale von diesem Wochenende mit – den ersten haben wir wieder verloren, weil eine Strafe gegen einen Konkurrenten zurückgenommen wurde. Im ersten Rennen wurden wir dadurch Vierte, im zweiten Rennen stand dann Platz zwei. Mit der Pace waren wir das ganze Wochenende sehr zufrieden, Daniel hat einen richtig guten Job gemacht und das Team ein starkes Auto hingestellt. Jetzt freuen wir uns auf das Finale in Portimão.“
Hendrik Still (#32): „Ein schwieriges Wochenende für uns in Zandvoort. Schon im ersten Training gab es kleine technische Probleme, die Zeit gekostet haben. Im Qualifying hatten wir dann Pech mit einem Getriebeschaden – ohne Rundenzeit mussten wir beide Rennen von ganz hinten starten. Rennen eins lief nicht schlecht, wir sind durchs halbe Feld nach vorne gefahren. Im zweiten Rennen war es wieder unglücklich: harte Kämpfe und viel Zeit verloren. Wir haken Zandvoort ab und schauen nach vorne auf das Saisonfinale.“
Teamchef Daniel Schellhaas: „Ein tolles Rennen am Sonntag und nochmal eine Steigerung in der Pro-Am gegenüber dem Samstag. Die #31 hat eine starke Leistung gezeigt, lag lange auf Platz zwei und hat die Position erst im Fotofinish in der letzten Kurve an das Schwesterfahrzeug verloren. Umso mehr freut es mich, dass beide Besatzungen nach dem Podium im ersten Rennen noch einmal feiern konnten. Für die #32 ist das ganze Wochenende leider nicht wie geplant verlaufen. Jetzt geht es ins Finale nach Portimão, wo wir hoffentlich die AM-Meisterschaft für uns entscheiden.“
Nächster Lauf: Autódromo Internacional do Algarve, Portimão – 16. bis 18. Oktober 2026


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