Klassensieg am Samstag, herbe Rückschläge am Sonntag – W&S Motorsport blickt nach vorne auf Spa
Das zweite Rennwochenende der GT4 European Series auf dem Autodromo Nazionale Monza war für W&S Motorsport ein Wochenende voller Kontraste. Ein Klassensieg am Samstag und der erste Rennsieg der Saison für Max Kronberg – doch der Sonntag brachte schwere Rückschläge. Zwei Fahrzeuge schieden nach Unfällen aus, technische Probleme kosteten wertvolle Zeit. Das Team nimmt die Erkenntnisse mit, analysiert alles sorgfältig und schaut mit Entschlossenheit auf den nächsten Lauf in Spa.
Ein hartes Umfeld
Monza empfing das Feld bei extremer Hitze – ein zusätzlicher Faktor, der Mensch und Material an ihre Grenzen brachte. Dazu hatte W&S Motorsport wie das gesamte Feld mit den Auswirkungen der Balance of Performance zu kämpfen, die besonders auf den langen Geraden von Monza spürbar war und die Pace auf den Highspeed-Passagen limitierte. Dennoch zeigte das Team auf vier Fahrzeugen – darunter der Nova Racing Porsche #27, den W&S Motorsport betreut – kämpferischen Einsatz über das gesamte Wochenende.
Rennen 1 – Klassensieg für Blickle und Kronberg
In der Pro-Am-Klasse hatten alle drei Fahrzeuge zwischenzeitlich Chancen auf ein Podium. Der #27 von Daniel Nilsson und Edvin Hellsten wurde jedoch bereits in der Anfangsphase umgedreht und fiel ans Ende des Feldes zurück.
Der #31 von Tim Horrell und Alon Gabbay lag bis kurz vor Rennende auf Podiumskurs, ehe Horrell wenige Kurven vor Start-Ziel ins Kiesbett geschickt wurde.
So blieben die erhofften Top-Ergebnisse aus: Der #31 belegte Klassenrang zehn und Gesamtrang 29, der #32 von Joachim Bölting und Hendrik Still fuhr auf Klassenrang elf und Gesamtrang 30, während der #27 das Rennen auf Klassenrang zwölf und Gesamtrang 32 beendete.
Der Lichtblick des Samstags: Der #30 von Daniel Blickle und Max Kronberg holte den Klassensieg in der Pro-Am-Wertung und Gesamtrang 14 – Max Kronbergs erster Rennsieg der Saison.

Rennen 2 – Ein Sonntag zum Vergessen
Der Sonntag verlief für W&S Motorsport bitter. Der #27 war in einen Zwischenfall am Start verwickelt und fiel weit zurück, kämpfte sich jedoch noch auf den 14. Klassenrang und Gesamtrang 30 zurück. Der #31 von Alon Gabbay und Tim Horrell lag lange auf Podiumskurs: Gabbay übergab das Fahrzeug auf Rang drei liegend, doch beim Fahrerwechsel gingen entscheidende Sekunden verloren, wodurch das Duo die Podiumsposition einbüßte und das Rennen auf Klassenrang zehn sowie Gesamtrang 26 beendete.
Noch härter traf es den #32 und den #30: Joachim Bölting wurde in Kurve drei in einen heftigen Kontakt verwickelt und schlug mit seinem Fahrzeug in die Leitplanke ein. Daniel Blickle verunfallte ebenfalls schwer und überschlug sich mit dem Fahrzeug. Das Wichtigste: Beide Fahrer blieben unverletzt.

Analyse und Ausblick
Nach einer langen Nacht von Samstag auf Sonntag und einem schwierigen zweiten Renntag nimmt W&S Motorsport wichtige Erkenntnisse mit und wird viel analysieren. Das Ziel ist klar: In Spa wieder voll angreifen.
Stimmen zum Wochenende
Tim Horrell (#31) haderte mit dem Pech: „Im zweiten Rennen war das Glück nicht auf unserer Seite. Dazu hatten wir Probleme mit meiner Handsteuerung – ein hartes Wochenende, aber wir nehmen die Lehren mit und gehen in Spa wieder voll an.“
Daniel Blickle (#30) blickte trotz des Unfalls nach vorne: „Das Wochenende lief nicht ganz so, wie wir es uns vorgestellt hatten. Ich hatte einen Unfall mit Überschlag – mir geht es gut. Wir müssen noch genau analysieren, was passiert ist. Aber in Spa geben wir alles.“
Joachim Bölting (#32) zeigte sich trotz des heftigen Einschlags gefasst: „Das Wochenende war sehr schwierig. Wir hatten gut vorgearbeitet und einen guten Start erwischt – dann kam die Kollision in der dritten Kurve. Ich bin mit 160 km/h in die Leitplanke eingeschlagen, aber mir geht es gut. Das Wichtigste ist, dass wir gesund sind und in Spa weitermachen können.“
Teamchef Daniel Schellhaas bilanzierte: „Am Samstag hatten wir die große Chance, gleich zwei Fahrzeuge auf das Pro-Am-Podium zu bringen. Zwei Autos wurden unverschuldet aus dem Rennen genommen, das dritte verlor seine Position erst in der letzten Runde. Das schmerzt besonders, weil wir darauf keinen Einfluss hatten. Umso größer waren die Hoffnungen für den Sonntag. Leider haben wir in Monza innerhalb von drei Jahren nun bereits fünf Chassis verloren. Mit Blick auf die zahlreichen schweren Unfälle an diesem Wochenende fällt es schwer, sich Rennen mit einem derart starken und engen Feld in Zukunft vorzustellen. Für uns war das Wochenende in allen Meisterschaften ein Rückschlag, ohne dass wir das Geschehen selbst in der Hand hatten. Das Team hat dennoch hervorragende Arbeit geleistet – jetzt richten wir den Fokus auf Spa.“
Nächster Lauf: Circuit de Spa-Francorchamps – 25. bis 27. Juni.
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